„Zuerst!“ ist das Allerletzte!

Seit Anfang diesen Jahres wird im Zeitschriftenhandel und an Kiosken das neue rechte Magazin „Zuerst! Deutsches Nachrichtenmagazin“ vertrieben. AntifaschistInnen sagen dazu: „Das ist das Allerletzte!“ und wollen mit einer Kampagne die Neonazi-Zeitschrift aus dem Sortiment drängen.

Gut zu erkennen an der auffälligen Titelzeile ist „Zuerst! Deutsches Nachrichtenmagazin“ seit Dezember 2009 an Kiosken, Tankstellen und in den Zeitungsabteilungen vieler Supermärkte zu bekommen. Zugunsten dieses neuen Magazins ist vom bekannten rechten Verleger Dietmar Munier die traditionsreiche neonazistische Zeitschrift „Nation & Europa“ eingestellt worden. Deren LeserInnen informierte er darüber, dass aus dem strömungsübergreifenden Theoriemagazin das „Deutsche Nachrichtenmagazin“ werden solle. „Zuerst!“ hat also selbst den Anspruch das Nachfolgemagazin zu sein, auch wenn Munier nicht für „Nation & Europa“ verantwortlich zeichnete.

Inhaltlich geht es in dem neuen rechten Propagandablatt um die üblichen Themen: „Überfremdung“ und „Benachteiligung von Deutschen“, Verschwörungstheorien, Geschichtsrevisionismus, Hetze gegen Linke und Homosexuelle. Auch Anti-Antifa-Recherche wird betrieben. So etwa wurde über die Blockaden von Duisburg-Maxloh und über den „tausendfachen Rechtsbruch“ aus Dresden berichtet. Schwule werden als Perverse dargestellt. Holocaust-Leugner Ernst Zündel erhielt in den wenigen bereits erschienenen Ausgaben einen geschichtsrevisionistischen, wohlwollenden Artikel.

Auch in Göttingen ist „Zuerst! Deutsches Nachrichtenmagazin“ an vielen Orten erhältlich: im Uni-Kiosk zwischen Blauem Turm und Z-Mensa, liegt es exponiert neben der „Neon“. Im Tonollo am Bahnhof, ebenso wie beim Real-Markt in Weende, ist es neben der „Konkret“, unter- bzw. oberhalb des „Spiegel“ positioniert. Also bei akzeptierten und etablierten Nachrichtenmagazinen, denn so war die Aussage einer Verkäuferin: „es heißt ja auch Nachrichtenmagazin!“. Aufmerksam gemacht, auf die inhaltliche Ausrichtung des Magazins, äußerte die Verkäuferin Verständnis, dass es sich bei „Zuerst!“ nicht um ein akzeptables Magazin handeln würde.

In Göttingen wird das Magazin über Tonollo vertrieben. Aufgrund einer gesetzlich garantierten Monopolstellung muss Tonollo jede frei verkäufliche Zeitschrift auch liefern. Aber jeder Kiosk kann sie beziehen, oder eben auch abbestellen.

Macht Druck, dass das Magazin aus dem Programm genommen wird!
Oder nehmt es gleich selbst aus dem Programm!