Der allerletzte Laden

Die antifaschistische Kampagne gegen die Neonazizeitschrift „Zuerst!“ hat es innerhalb weniger Monate geschafft das rechte Monatsmagazin aus dem offenen Verkauf nahezu aller Läden und Kioske im Göttinger Innenstadtbereich zu drängen. Für die wenigen, die immer noch meinen, dass es sich lohnen könnte, mit Neonazipropaganda Geschäfte zu machen, gab es nun eine deutliche Ansage: Am Samstag, den 2. Oktober 2010, fand ein öffentliches „Read-In“ in der Esso-Station Barabara Biegelmann in der Weender Landstraße 10 in Göttingen statt. Etwa 20 AktivistInnen besuchten den letzten Laden, in dem „Zuerst!“ wie auch die „Deutsche Militärzeitung“ offen angeboten werden. Mit einem Redebeitrag und Flugblättern wurden die irritierten KundInnen informiert. Das Zeitschriftensortiment des Esso-Shops wurde großzügig „umarrangiert“.

Eine Presseinformation der A.L.I. zum Read-In findet ihr auf der Internetseite www.ali.antifa.de

Einige machen es schon, andere wollen noch: MITMACHEN!

Wo ihr nach „Zuerst!“ suchen könnt…
Mitmachen: Wo gibt’s „Zuerst!“ ? Wo ist die Zeitung schon rausgeflogen? Kommentiert hier oder Email an dasletztezuerst@gmx.net!
UPDATES:
* Aus vielen Läden ist „Zuerst!“ bereits verschwunden. Ein paar Leute sind jetzt aktiv geworden: Wer die Zeitung dennoch verkauft, hatte mitunter einige Probleme. Denn plötzlich handelte es sich bei der neuesten Ausgabe der Neonaziszeitung um ein „kostenloses Mängelexemplar“. Bild und so hier
* Bei Monsters of Göttingen gibt es einen Beitrag zu inhaltlichen Ausrichtung von „Zuerst!“ von Andreas Speit
* Kurz nach Start der Kampagne gegen „Zuerst!“ zeichnen sich erste Erfolge ab. Dazu hat die A.L.I. eine Pressemitteilung veröffentlicht.
* Auch die VerdiJugend macht mit bei der Kampagne gegen „Zuerst!“. Unter anderem haben sie die VerkäuferInnen verschiedener Läden angesprochen und dabei durchaus positive Rückmeldungen erhalten.
* Der Blog Monsters of Göttingen berichtet ausführlich über die Kampagne und es gibt einen lesenswerten Artikel von Rakete hierzu.

Beitrag des NDR

Zum Neonazimagazin „Zuerst!“ gibt es einen Beitrag des Medienmagazins „Zapp“ beim NDR und des Kulturmagazin von 3sat.

UPDATE! Mach mit! – „Zuerst!“ aus den Regalen und in die Tonne!

*UPDATE* Nach dem offenen Brief berichten das Stadtradio und goest über die Kampagne.

Das Neonaziblatt „Zuerst! Deutsches Nachrichtenmagazin“ ist in Göttingen an mehreren Stellen zu haben. Unter anderem findet es sich in der Tonollo-Filiale in der Innenstadt, am Bahnhof, sowie in den Zeitschriftenregalen der Kaufhausketten REWE und Real, dem Uni-Kiosk zwischen Blauem Turm und Z-Mensa und an anderen Orten.

Und hier könnt Ihr Euch an der Kampagne gegen „Zuerst!“ beteiligen, wenn Ihr mit offenen Augen durch die Stadt und in Euren Stammkiosk geht:
Liegt die Zeitung noch in Eurem Stammkiosk aus? Wo ist sie noch zu haben? Habt Ihr vielleicht schon selbst etwas unternommen, um die Zeitung aus den Regalen zu nehmen? Hat ein Kiosk sie herausgenommen, seitdem Ihr dort kritisch nachgefragt habt?
augemitmachen
Diese und ähnliche Informationen könnt Ihr uns per E-Mail senden oder die Kommentarfunktion nutzen. Wir überprüfen und veröffentlichen die Infos. So könnt Ihr direkt dafür sorgen, dass die Neonazizeitschrift „Zuerst!“ schnell wieder in der Tonne landet.
Schickt Eure Infos an: dasletztezuerst@gmx.net

„Zuerst!“ ist das Allerletzte!

Seit Anfang diesen Jahres wird im Zeitschriftenhandel und an Kiosken das neue rechte Magazin „Zuerst! Deutsches Nachrichtenmagazin“ vertrieben. AntifaschistInnen sagen dazu: „Das ist das Allerletzte!“ und wollen mit einer Kampagne die Neonazi-Zeitschrift aus dem Sortiment drängen.

Gut zu erkennen an der auffälligen Titelzeile ist „Zuerst! Deutsches Nachrichtenmagazin“ seit Dezember 2009 an Kiosken, Tankstellen und in den Zeitungsabteilungen vieler Supermärkte zu bekommen. Zugunsten dieses neuen Magazins ist vom bekannten rechten Verleger Dietmar Munier die traditionsreiche neonazistische Zeitschrift „Nation & Europa“ eingestellt worden. Deren LeserInnen informierte er darüber, dass aus dem strömungsübergreifenden Theoriemagazin das „Deutsche Nachrichtenmagazin“ werden solle. „Zuerst!“ hat also selbst den Anspruch das Nachfolgemagazin zu sein, auch wenn Munier nicht für „Nation & Europa“ verantwortlich zeichnete.

Inhaltlich geht es in dem neuen rechten Propagandablatt um die üblichen Themen: „Überfremdung“ und „Benachteiligung von Deutschen“, Verschwörungstheorien, Geschichtsrevisionismus, Hetze gegen Linke und Homosexuelle. Auch Anti-Antifa-Recherche wird betrieben. So etwa wurde über die Blockaden von Duisburg-Maxloh und über den „tausendfachen Rechtsbruch“ aus Dresden berichtet. Schwule werden als Perverse dargestellt. Holocaust-Leugner Ernst Zündel erhielt in den wenigen bereits erschienenen Ausgaben einen geschichtsrevisionistischen, wohlwollenden Artikel.

Auch in Göttingen ist „Zuerst! Deutsches Nachrichtenmagazin“ an vielen Orten erhältlich: im Uni-Kiosk zwischen Blauem Turm und Z-Mensa, liegt es exponiert neben der „Neon“. Im Tonollo am Bahnhof, ebenso wie beim Real-Markt in Weende, ist es neben der „Konkret“, unter- bzw. oberhalb des „Spiegel“ positioniert. Also bei akzeptierten und etablierten Nachrichtenmagazinen, denn so war die Aussage einer Verkäuferin: „es heißt ja auch Nachrichtenmagazin!“. Aufmerksam gemacht, auf die inhaltliche Ausrichtung des Magazins, äußerte die Verkäuferin Verständnis, dass es sich bei „Zuerst!“ nicht um ein akzeptables Magazin handeln würde.

In Göttingen wird das Magazin über Tonollo vertrieben. Aufgrund einer gesetzlich garantierten Monopolstellung muss Tonollo jede frei verkäufliche Zeitschrift auch liefern. Aber jeder Kiosk kann sie beziehen, oder eben auch abbestellen.

Macht Druck, dass das Magazin aus dem Programm genommen wird!
Oder nehmt es gleich selbst aus dem Programm!